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Ratgeber

Geely E2 ab 19.990 Euro: Lohnt sich der China-Kleinwagen?

Geely E2 ab 19.990 Euro: Lohnt sich der China-Kleinwagen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Geely E2 startet in Deutschland bei 19.990 Euro als Pro-Variante
  • Drei Linien unterscheiden sich vor allem bei Batterie und Reichweite
  • Garantie gilt acht Jahre oder 200.000 km auf Fahrzeug und Akku
  • Wertetest zeigt flache Ladekurve statt kurzer Spitze
  • Im Vergleich mit dem VW ID. Polo wird es enger als gedacht

19.990 Euro für ein neues Elektroauto, das klingt nach Schnäppchen und nach vielen Fragezeichen zugleich. Genau in diesem Spagat kommt der Kleinwagen Geely E2 nach Deutschland. Bevor du dich aber von der Zahl blenden lässt, lohnt ein genauer Blick auf das, was der E2 wirklich kann.

Was kostet der Geely E2 in Deutschland?

Junges Paar besichtigt einen Elektro-Kleinwagen in einem modernen Autohaus, gespannte Gesichter

Geely Auto Deutschland startet den E2 in drei Ausstattungslinien, die sich vor allem über die Batterie unterscheiden.

  • Pro ab 19.990 Euro mit 35 kWh Akku und 60 kW Motor.
  • Max ab 23.990 Euro mit 47 kWh und mehr Leistung.
  • Ultra ab 26.990 Euro mit identischer Technik wie der Max, plus Komfortextras.

Schon die Basis ist überraschend voll: 14,6 Zoll großer Bildschirm, elektrisch verstellbare Vordersitze und V2L, also Vehicle-to-Load. Damit kannst du externe Verbraucher mit bis zu 3,3 kW aus dem Akku versorgen, etwa eine Kühlbox beim Camping oder das Notebook im Homeoffice. Dass diese Funktion selbst in der günstigsten Linie an Bord ist, ist im Kleinwagen-Segment keine Selbstverständlichkeit.

Wie weit kommt der E2 wirklich?

Die Reichweite nach WLTP fällt je nach Akkugröße sehr unterschiedlich aus. Der Pro schafft 252 Kilometer, Max und Ultra kommen auf 345 Kilometer. Damit ist klar, wohin die Reise geht: Die Basis ist ein typischer Stadtwagen, die größeren Versionen schlagen die Brücke zwischen Stadt und Umland.

Interessant wird es beim realen Verbrauch. Geely gibt 15,5 bis 15,9 kWh pro 100 km an, Ladeverluste eingerechnet. Auf der Testrunde zeigte der Bordcomputer des Ultra 9,5 bis 10,4 kWh, allerdings ohne Ladeverluste. Wer viel und zügig auf der Autobahn unterwegs ist, fährt deutlich über die Normwerte, zumal die Höchstgeschwindigkeit bei 130 km/h liegt.

Wie schnell lädt der E2 an der Säule?

An der CCS-Schnellladesäule nimmt der Pro maximal 60 kW auf, Max und Ultra erreichen bis zu 80 kW. Auf dem Papier wirkt das unspektakulär. Aufschlussreicher ist die Form der Kurve, also wie lange die maximale Leistung tatsächlich anliegt.

Genau hier zeigt der E2 sein eigenes Profil. Die flache Ladecharakteristik gehört zu den Eigenschaften, die im Alltag oft wichtiger sind als der reine Spitzenwert. Vorserientests mit der 47-kWh-Batterie ergaben einen Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent in knapp 26 Minuten. Offiziell nennt Geely 25 Minuten für den Bereich zwischen 30 und 80 Prozent. Die kleine Batterie lieferte bei etwa 60 kW ein vergleichbares Bild bei nahezu identischen Ladezeiten.

Im Winter mit kaltem Akku solltest du längere Standzeiten einkalkulieren, denn eine Wärmepumpe führt Geely nicht in der Liste, vorkonditioniert wird die Batterie über ein elektrisches Heizelement.

Zu Hause an der Wallbox arbeitet der serienmäßige Bordlader mit 6,6 kW. Das klingt nicht viel. Eine vollständige Ladung zwischen 10 und 100 Prozent dauert beim Pro 5,3 Stunden, bei den größeren Varianten 7,1 Stunden. Über Nacht reicht das, an öffentlichen Säulen mit knapp bemessener Standzeit kommt dagegen weniger Energie in den Akku, als du vielleicht brauchst.

Was taugen Platz und Alltagstauglichkeit?

Mit 4,14 Metern Länge fällt der E2 für seine Klasse großzügig aus, was sich im Innenraum bemerkbar macht. Selbst bei rund 1,85 Metern Körpergröße sitzt du laut Geely bequem im Fond, der Hersteller nennt 890 mm Beinfreiheit.

Die Ablagen sind im Kleinwagen-Segment eine echte Überraschung:

  • Staufach unter der Rückbank
  • Handschuhfach als Schublade mit zehn Litern
  • 70 Liter Frunk unter der Fronthaube

Der Kofferraum fasst 375 Liter, mit umgeklappter Rückbank wächst er auf 1320 Liter, ein separates Fach unter dem Ladeboden bietet weitere 28 Liter. Im Alltag stört allerdings, dass der Gepäckraum eine Stufe unterhalb der Ladekante liegt und Taschen über eine Schwelle gehoben werden müssen. Mit 315 kg Zuladung ist bei vier Erwachsenen samt Reisegepäck zügig Schluss, eine Anhängerkupplung gibt es nicht.

Geely E2 oder VW ID. Polo: Wo schlägt der Neue zu?

Vogelperspektive: Roter Geely E2 an einer Schnellladesaeule auf einem modernen Solar-Ladepark bei Mittagssonne.

Der Vergleich zwischen E2 Max und ID. Polo Trend macht den Spagat deutlich. Beide leisten 85 kW, der Volkswagen kostet 24.995 Euro, der Geely liegt also rund 1.000 Euro darunter.

Auf dem Papier kommt der Geely mit 345 km weiter als der Polo mit 323 km nach WLTP. Effizienter ist allerdings der VW: 13,8 kWh gegen 15,5 kWh im E2 Max. Am Schnelllader braucht der Polo laut Norm rund 23 Minuten für 10 bis 80 Prozent bei bis zu 88 kW, der Geely im Vorserientest knapp 26 Minuten. Wechselstrom nimmt der Polo mit 11 kW auf, in der Spitze erreicht er 160 km/h und darf 500 kg an die Anhängerkupplung hängen, Geely bietet gar keine.

Beim Platz hat der Polo mehr Kofferraum, der Geely kompensiert das mit dem Frunk und dem Unterbodenfach. Beim Rangieren bleibt der Vorteil beim Geely, sein Wendekreis fällt einen Meter kleiner aus.

Wie steht es um Händlernetz und Ersatzteile?

Genau an dieser Stelle trennt sich bei neuen Marken häufig die Spreu vom Weizen. Geely hat das erkannt und zieht seine Hausaufgaben vor dem ersten Auto. Aktuell zählt der Hersteller 52 aktive Partner in Deutschland, 67 Verträge sind unterzeichnet, das Ziel von 50 Standorten bis Jahresende ist erreicht. Alle Partner übernehmen Verkauf und Werkstattservice, Betriebe ohne entsprechende After-Sales-Kapazitäten wurden nicht aufgenommen.

Die Ersatzteile kommen derzeit aus einem europäischen Zentrallager in Amsterdam. Ein eigenes Lager in Deutschland ist bis Jahresende angestrebt, könnte sich aber bis ins erste Quartal 2027 verschieben. Für Käufer:innen gehört dazu eine Garantie von acht Jahren oder 200.000 Kilometern auf Fahrzeug und Hochvoltbatterie, letztere bis zu einer Restkapazität von 70 Prozent.

Wer vorbestellt hatte, erhielt bis Mitte September zusätzlich 500 Euro Ladeguthaben bei EnBW. Regulär bekommen alle Käufer:innen 144 Euro Guthaben, das die Grundgebühr des Tarifs mobility+ L für zwölf Monate abdeckt.

Mein Fazit

Der Geely E2 ist kein Auto für Spontankäufe. Wer eine hohe Anhängelast, eine Wärmepumpe oder einen üppigen Stauraum sucht, wird mit dem ID. Polo besser bedient, zumindest auf den ersten Blick. Wer aber einen voll alltagstauglichen Kleinwagen sucht, mit ungewöhnlich viel Platz, einer flachen Ladekurve und einem Preis, der unter der magischen Grenze bleibt, sollte den E2 ernsthaft in Betracht ziehen. Der Hecktriebler mit dem kleinen Wendekreis ist in der Stadt klar in seinem Element, auf der Autobahn solltest du keine Wunder erwarten. Mein persönlicher Eindruck: Wer dem E2 eine Chance gibt, bekommt ein erstaunlich ausgereiftes Angebot, das die Diskussion im B-Segment neu sortieren könnte.

Häufige Fragen

Was kostet der Geely E2 in Deutschland?

Der Geely E2 startet in Deutschland bei 19.990 Euro für die Pro-Linie. Max liegt bei 23.990 Euro, das Topmodell Ultra bei 26.990 Euro.

Welche Reichweite hat der Geely E2 nach WLTP?

Die Pro-Variante mit 35 kWh Akku kommt auf 252 km. Max und Ultra schaffen mit 47 kWh bis zu 345 km nach WLTP.

Wie schnell lädt der Geely E2 an der Schnellladesäule?

Am Gleichstromlader nimmt der Pro maximal 60 kW auf, Max und Ultra bis zu 80 kW. Von 10 auf 80 Prozent vergehen laut Test knapp 26 Minuten.

Wie groß ist das Händlernetz von Geely in Deutschland?

Geely zählt inzwischen 52 aktive Partner in Deutschland, 67 Verträge sind unterzeichnet. Alle übernehmen Verkauf und Werkstattservice.

Quelle: elektroauto-news.net. Stand: 07.10.2026.
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