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Ratgeber

Hohe Spritpreise: EnBW sieht guten Zeitpunkt für E-Auto

Hohe Spritpreise: EnBW sieht guten Zeitpunkt für E-Auto

Das Wichtigste in Kürze

  • EnBW mobility+ sieht im Wechsel aufs E-Auto aktuell Chancen
  • Tankrabatt von bis zu 17 Cent pro Liter ist geplant
  • Beispielrechnung ergibt rund 60 Prozent niedrigere Energiekosten
  • Im August 2026 lag der BEV-Anteil an Neuzulassungen bei 32,4 Prozent
  • Ladetarif L kostet im Beispiel 39 Cent je kWh plus 11,99 Euro monatlich

Hohe Spritpreise, ein angekündigter Tankrabatt und parallel sinkende Einstiegspreise für Stromer: Für Martin Roemheld, Chef der EnBW mobility+, fällt das zusammen in eine ziemlich klare Empfehlung an alle, die ohnehin über einen Fahrzeugwechsel nachdenken. „Wer über einen Fahrzeugwechsel nachdenkt, für den ist jetzt ein guter Zeitpunkt, den Umstieg auf ein E-Auto zu prüfen“, sagt er.

Was ist gerade mit dem Tankrabatt los?

Frau Mitte 30 schließt ein Elektroauto an einer heimischen Wallbox in einer modernen Doppelhaus-Garage an.

Die Bundesregierung plant angesichts hoher Kraftstoffpreise erneut einen zeitlich begrenzten Tankrabatt von bis zu 17 Cent pro Liter. Bereits im Mai und Juni hatte es eine vergleichbare Maßnahme gegeben. Ein Tankrabatt drückt kurzfristig den Literpreis, ändert aber nichts daran, dass Benzin und Diesel in der Grundtendenz teurer bleiben. Wer jetzt nur auf den Rabatt schaut, verschiebt die Frage nach einem Antriebswechsel nur um ein paar Monate.

Warum ausgerechnet jetzt ein guter Moment sein soll

Roemheld verweist auf zwei Hebel, die sich gegenseitig verstärken. Erstens die aktuelle E-Auto-Förderung, die die Anschaffungshürde senken kann. Zweitens eine wachsende Auswahl an Fahrzeugmodellen, die preislich attraktiver wird. Hinzu kommen niedrigere Energiekosten im laufenden Betrieb, wie er mit Verweis auf aktuelle Berechnungen sagt. Klingt erstmal nach Werbung, ist aber eine Rechenfrage, die jeder selbst nachstellen kann.

Dass der Markt diese Richtung längst einschlägt, zeigt ein Blick auf die Neuzulassungen. 2025 war knapp jeder fünfte neu zugelassene Pkw in Deutschland batterieelektrisch. Die Zahl der Neuzulassungen ist gegenüber 2024 um rund 43 Prozent gestiegen. Im August 2026 war bereits fast jeder dritte Neuwagen ein reiner Stromer, der Anteil batterieelektrischer Pkw lag bei 32,4 Prozent.

Was sagt die Beispielrechnung der EnBW wirklich aus?

Die EnBW mobility+ hat ein Rechenbeispiel aufgemacht, das den Vergleich möglichst konkret machen soll. Die Annahmen stehen alle im Quelltext, deshalb hier unverändert:

  • Benziner: 7,7 Liter Verbrauch je 100 Kilometer, 15.000 Kilometer Jahresfahrleistung, E10-Preis 2,89 Euro je Liter
  • E-Auto: 20 kWh Verbrauch je 100 Kilometer, gleiche Fahrleistung
  • Ladetarif L: 39 Cent je kWh, monatliche Grundgebühr 11,99 Euro

Mit diesen Werten kommt der Benziner auf Energiekosten von rund 3.338 Euro pro Jahr. Das E-Auto landet bei rund 1.314 Euro. Im Beispiel liegen die Energiekosten damit rund 60 Prozent niedriger. Wer als Bestandskunde zusätzlich einen Strom-, Gas- oder Wärmestromvertrag bei EnBW hat, fährt im Ladetarif L sogar 35 Cent je kWh und kommt im selben Rechenbeispiel auf rund 1.194 Euro jährlich.

Eine Beispielrechnung ist kein Versprechen, sie ist ein Gerüst. Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, einen schweren Wagen mit Anhänger zieht oder bei Frost deutlich mehr verbraucht, landet eher oben in der Spanne. Wer wenig fährt und zu Hause laden kann, eher unten.

Welcher Ladetarif passt überhaupt zu wem?

Die EnBW unterscheidet ihre Ladetarife nach Ladeverhalten, nicht nach Fahrzeugtyp:

  • Tarif L richtet sich an Menschen, die häufig öffentlich laden
  • Tarif S und M sind gedacht für Menschen, die nicht regelmäßig öffentlich laden

Im Beispiel liegt der kWh-Preis im Tarif L laut EnBW in der Nähe des angegebenen durchschnittlichen Haushaltsstrompreises von 37 Cent je kWh. Wer also überwiegend zu Hause an der eigenen Wallbox lädt, sollte für den Vergleich besser den eigenen Haushaltsstrompreis ansetzen, nicht den Tarif L. Sonst vergleicht man Äpfel mit öffentlichen Ladesäulen.

Was ändert sich für Haushalte konkret?

Detailaufnahme eines eingesteckten Typ-2-Ladekabels an der Ladebuchse eines Elektroautos.

Die EnBW betont, die Ladetarife über längere Zeit stabil gehalten sowie Preissenkungen und befristete Rabattaktionen genutzt zu haben. „Wann immer es Spielräume gibt, geben wir diese an unsere Kundinnen weiter“, sagt Roemheld. Das ist eine Selbstbeschreibung, kein Garantieschein. Stabilität bei Ladetarifen hilft besonders denen, die ihre monatlichen Energiekosten fürs Auto planen wollen, statt jeden Monat eine neue Preisanpassung zu prüfen.

Wer den Wechsel ernsthaft prüft, sollte drei Dinge trennen: den Anschaffungspreis samt Förderung, die laufenden Energiekosten und den Wiederverkaufswert. Nur weil die Energiekosten im Beispiel deutlich niedriger ausfallen, heißt das nicht, dass der gesamte Wechsel automatisch günstiger ist. Es heißt nur, dass einer der drei Posten klar in Richtung E-Auto zeigt.

Mein Fazit

Roemhelds Werbung in eigener Sache muss man nicht teilen, aber das Argument ist solide: Ein Tankrabatt ist eine Atempause, kein Strukturwandel, und die Energiekosten pro Kilometer liegen im Beispiel eines E-Autos klar unter denen eines Benziners. Wer sowieso vor der Neuanschaffung steht, sollte genau jetzt rechnen, am besten mit eigenen Verbrauchszahlen und dem eigenen Strompreis zu Hause.

Mein pragmatischer Rat: Erst die eigenen Fahrprofile sortieren, dann die aktuellen Förderbedingungen prüfen, dann erst Probefahrten. Die Beispielrechnung der EnBW liefert dafür einen brauchbaren Rahmen, mehr nicht.

Häufige Fragen

Was plant die Bundesregierung beim Tankrabatt?

Die Bundesregierung plant erneut einen zeitlich begrenzten Tankrabatt von bis zu 17 Cent pro Liter, ähnlich wie bereits im Mai und Juni.

Was sagt EnBW mobility+ zum Umstieg aufs E-Auto?

Martin Roemheld sieht angesichts hoher Spritpreise einen guten Zeitpunkt, den Umstieg aufs E-Auto zu prüfen, und verweist auf Förderung, günstigere Modelle und niedrigere Energiekosten.

Wie hoch sind die Energiekosten im EnBW-Beispiel?

Im EnBW-Beispiel liegen die jährlichen Energiekosten für den Benziner bei rund 3.338 Euro, für das E-Auto bei rund 1.314 Euro, also rund 60 Prozent niedriger.

Welche EnBW-Ladetarife gibt es?

Die EnBW bietet die Ladetarife S, M und L an. Tarif L richtet sich an Menschen, die häufig öffentlich laden, S und M an solche, die nicht regelmäßig öffentlich laden.

Quelle: feeds.feedblitz.com. Stand: 04.10.2026.
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