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Wärmewende 2025: Warum 19,5 Mio. Öl- und Gasheizungen bleiben

Wärmewende 2025: Warum 19,5 Mio. Öl- und Gasheizungen bleiben

Das Wichtigste in Kürze

  • 19,5 Mio. Öl- und Gasheizungen laufen 2025 weiter, nur 2 % weniger als 2024
  • Politische Unsicherheit um GEG-Nachfolger blockiert Investitionen in Wärmepumpen
  • Wärmepumpen-Absatz wuchs 2025, Anteil am Heizungsmarkt aber unter 15 %
  • Heizungstausch kostet 25.000 bis 45.000 Euro, Förderung oft ungeklärt
  • Für Eigentümer zählt jetzt: informieren, Angebote einholen, GEG-Übergang 2026 abwarten

Wärmewende 2025: Warum ausgerechnet jetzt Stillstand herrscht

Wärmewende 2025: Warum 19,5 Mio. Öl- und Gasheizungen bleiben

Du liest die Zahl und reibst dir die Augen: 19,5 Millionen Öl- und Gasheizungen stehen laut Erhebung des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) Ende 2025 weiter in deutschen Kellern. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr liegt bei mickrigen zwei Prozent. Das sind rund 390.000 Anlagen, die in zwölf Monaten ersetzt wurden. Klingt nach viel, ist im Verhältnis zum Gesamtbestand aber ein Witz.

Die Schornsteinfeger-Zahlen gelten als zuverlässigster Indikator für den Heizungsmarkt in Deutschland, weil jeder Kessel regelmäßig überprüft wird. Wenn die Statistik trügt, dann in eine positive Richtung. Real liegt der Bestand fossiler Heizungen also wahrscheinlich sogar noch höher.

Was 2025 passiert ist, lässt sich klar benennen: Die politische Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat Investitionen ausgebremst, nicht das Know-how der Installateure, nicht der Mangel an Wärmepumpen, nicht einmal die gestiegenen Zinsen. Verlässliche Förderbedingungen und ein klarer Zeitplan fehlten schlicht.

Was genau sagen die Schornsteinfeger-Daten 2025?

Der ZIV erhebt jährlich die Zahl der betriebenen Feuerungsanlagen, aufgeschlüsselt nach Energieträgern. Für 2025 ergibt sich ein Bestand von grob 11,2 Millionen Gasheizungen und 8,3 Millionen Ölheizungen. Dazu kommen rund 1,1 Millionen Fernwärmeanschlüsse und etwa 1,4 Millionen Wärmepumpen. Letztere haben zugelegt, von knapp 1,05 Millionen im Vorjahr.

Pro Jahrtausend-Wochen-Rate reden wir also über einen Zuwachs von rund 350.000 Wärmepumpen. Klingt erst mal ordentlich, relativiert sich aber, wenn du den jährlichen Sanierungsbedarf anschaust: Allein die als ineffizient geltenden Gas- und Ölkessel unter 20 Jahren müssten nach und nach ersetzt werden, das wären 4 bis 5 Millionen Anlagen in den nächsten zehn Jahren.

Die Schornsteinfeger weisen zudem auf einen weiteren Punkt hin: Der Anteil besonders alter Anlagen (Baujahr vor 2000) ist immer noch hoch, gerade bei Ölheizungen. Diese Kessel arbeiten oft mit Wirkungsgraden unter 85 Prozent, schlucken also unnötig Brennstoff und treiben CO2-Emissionen in die Höhe.

Warum der Heizungstausch 2025 praktisch eingefroren ist

Wer 2024 oder 2025 mit einem Heizungsbauer gesprochen hat, kennt das Bild: Aufträge wurden storniert, Angebote zurückgezogen, neue Termine erst für 2026 gemacht. Der Grund liegt nicht in der handwerklichen Kapazität, sondern in der politischen Unsicherheit.

Die Bundesregierung hat das GEG zwar 2024 verabschiedet, den Starttermin der 65-Prozent-Regel aber mehrfach verschoben. Erst hieß es Januar 2024, dann Frühjahr 2026, jetzt kursiert ein Kompromiss mit längeren Übergangsfristen. Für Eigentümer bedeutet das:

  • Förderanträge bei der KfW wurden teilweise pausiert oder neu aufgelegt, Zuschusssätze schwanken zwischen 30 und 70 Prozent je nach Programmstand.
  • Rechtssicherheit ist bis heute nicht abschließend geklärt. Welche Heizung darf wann noch eingebaut werden? Ab welchem Alter gilt eine Austauschpflicht?
  • Energieberater berichten von Kunden, die Angebote für Wärmepumpen eingeholt, aber nicht unterschrieben haben, weil unklar war, ob die Förderung tatsächlich kommt.

Hinzu kommt eine handfeste Kostenfrage. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet 2026 inklusive Einbau, Hydraulik und Elektroanschluss zwischen 25.000 und 35.000 Euro, eine Sole-Wasser-Variante mit Erdwärmebohrung schnell 40.000 bis 50.000 Euro. Demgegenüber steht der Tausch eines Gas-Niedertemperaturkessels gegen ein modernes Brennwertgerät für 9.000 bis 13.000 Euro. Ohne verlässliche Förderung rechnet sich der Sprung für viele Eigenheimbesitzer wirtschaftlich nicht.

Welche Heizungstypen 2025 wirklich nachgefragt werden

Der Wärmepumpen-Absatz ist 2025 tatsächlich gestiegen, laut Bundesverband Wärmepumpe (BWP) auf rund 256.000 verkaufte Geräte, ein Plus von etwa 18 Prozent gegenüber 2024. Davon wurden aber nur knapp 100.000 in Bestandsgebäude eingebaut, der Rest verteilt sich auf Neubauten, Mehrfamilienhäuser und gewerbliche Objekte.

Im Bestand bleibt die Hybridheizung ein beliebter Kompromiss, also die Kombination aus Gas-Brennwertkessel und Solarthermie oder einer kleinen Wärmepumpe für den Sommer. Sie lässt sich oft ohne aufwendige Dämmung umsetzen und gilt bei vielen Förderprogrammen als Übergangslösung.

Was in der Diskussion oft untergeht: Fernwärme hat 2025 zugelegt, in Großstädten wie Berlin, Hamburg, München und Köln werden neue Netze gebaut oder bestehende auf klimaneutrale Quellen umgestellt. Wer einen Fernwärmeanschluss in seiner Straße hat, sollte das prüfen, oft ist der Wechsel deutlich günstiger als eine eigene Wärmepumpe.

Heizungstyp Kosten 2026 inkl. Einbau Jährliche Heizkosten (Einfamilienhaus, 150 m²) CO2-Reduktion gegenüber Öl
Gas-Brennwert (Bestand) 9.000 bis 13.000 Euro 2.100 bis 2.500 Euro 0 bis 10 %
Luft-Wasser-Wärmepumpe 25.000 bis 35.000 Euro 1.300 bis 1.700 Euro 60 bis 75 %
Sole-Wasser-Wärmepumpe 38.000 bis 50.000 Euro 1.100 bis 1.400 Euro 70 bis 85 %
Fernwärme-Anschluss 12.000 bis 22.000 Euro 1.800 bis 2.200 Euro 40 bis 60 %
Pelletheizung 26.000 bis 34.000 Euro 1.500 bis 1.900 Euro 80 bis 90 %

Die Tabelle zeigt, dass Wärmepumpen die niedrigsten laufenden Kosten haben, gleichzeitig aber die höchste Anfangsinvestition. Die Differenz amortisiert sich über 10 bis 15 Jahre, schneller, wenn der Strompreis stabil bleibt und die KfW-Förderung greift.

Was sich 2026 ändern soll: GEG-Nachfolger und Förderkulisse

Die neue Bundesregierung hat im Frühjahr 2026 einen Entwurf für das Nachfolgegesetz vorgelegt. Kernpunkte: Die 65-Prozent-Regel bleibt grundsätzlich bestehen, wird aber mit deutlich längeren Übergangsfristen versehen. Bestandsgebäude mit funktionierender Gas- oder Ölheizung müssen diese nicht sofort ersetzen, sondern erst bei einem Defekt oder spätestens nach 25 Jahren Betriebsdauer.

Gleichzeitig soll die KfW-Förderung neu geschnürt werden, mit Zuschüssen von 30 Prozent als Basissatz, 40 Prozent bei Vorlage eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) und bis zu 70 Prozent für einkommensschwache Haushalte. Eine Klimageschwindigkeitsprämie von 20 Prozent soll Hausbesitzer belohnen, die frühzeitig tauschen.

Wichtig für dich: Bis das Gesetz endgültig steht, ändert sich für dich nichts. Deine alte Heizung darf weiterlaufen, ein verfrühter Austausch ist wirtschaftlich selten sinnvoll, außer der Kessel ist ohnehin defekt.

Was das für Eigentümer konkret bedeutet

Wenn du aktuell eine Öl- oder Gasheizung betreibst, ist 2026 ein gutes Jahr, um dich schlau zu machen, ohne unter Druck zu geraten. Drei Dinge, die du jetzt anpacken kannst:

  1. Energieberatung vor Ort nutzen, gefördert vom BAFA mit 80 Prozent Zuschuss, Eigenanteil rund 280 Euro. Du bekommst eine Sanierungsfahrplan und weißt, welche Maßnahmen wirtschaftlich sind.
  2. Angebote einholen, aber nicht unterschreiben, solange die Förderbedingungen nicht final stehen. Installateure in deiner Region geben dir Richtpreise, oft 6 bis 12 Monate gültig.
  3. Verbrauch im Blick behalten, mit einem Smart Meter oder Wärmemengenzähler erkennst du, ob dein Haus überhaupt für eine Wärmepumpe geeignet ist. Vorlauftemperatur unter 50 Grad ist Pflicht.

Ein häufiger Fehler: Eigentümer kaufen die größte verfügbare Wärmepumpe, weil „viel hilft viel“ stimmt aber nicht. Die richtige Dimensionierung hängt von der Heizlast, der Dämmung und dem Warmwasserverbrauch ab. Eine überdimensionierte Pumpe arbeitet ineffizient und springt ständig an und aus.

Was die Energiewirtschaft aus den Zahlen mitnimmt

Wärmewende 2025: Warum 19,5 Mio. Öl- und Gasheizungen bleiben

Für Versorger wie E.ON, EnBW, Vattenfall oder die Stadtwerke ist der schleppende Heizungstausch ein doppeltes Problem. Einerseits brechen Gas- und Ölumsätze weg, die seit Jahrzehnten stabile Margen brachten. Andererseits fehlt das Geschäft mit Wärmestrom, der gerade einmal 5 bis 8 Cent pro Kilowattstunde günstiger ist als Haushaltsstrom.

Anbieter wie Ostrom, Lichtblick oder Octopus Energy setzen deshalb auf dynamische Tarife in Kombination mit Wärmepumpen. Wenn die Wärmepumpe nachts läuft, wenn der Spotpreis bei 6 bis 9 Cent liegt, sinken die Heizkosten deutlich. Das funktioniert, erfordert aber einen Smart Meter und steuerbare Lasten, was bei vielen Bestandsanlagen noch fehlt.

Thermondo, Enpal und 1Komma5° versuchen derweil, den Tauschprozess selbst zu industrialieren, mit festen Preisen, kurzen Bauzeiten und digitaler Abwicklung. Das funktioniert im Neubau oft gut, im Bestand mit alter Dämmung und kniffligen Heizflächen aber nur bedingt.

Lichtblick Wärmepumpe: Was die Hersteller optimistisch stimmt

Der einzige Bereich mit klar steigender Tendenz ist der Wärmepumpen-Absatz. 2025 wurden in Deutschland erstmals mehr als eine Million Geräte verbaut, wenn man Bestand und Neubau zusammenzählt. Die Hersteller rechnen 2026 mit einem weiteren Plus, getragen von besser werdenden Förderbedingungen und einer breiteren Modellpalette.

Worauf du achten solltest:

  • Jahresarbeitszahl (JAZ) unter 3,0 lohnt sich wirtschaftlich nicht. Gute Anlagen erreichen 4,0 bis 5,0.
  • Schallpegel bei Luft-Wärmepumpen, Innen- und Außengeräte sollten unter 35 dB(A) liegen, sonst gibt es Ärger mit den Nachbarn.
  • SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) als europäische Kennzahl, ab 4,5 gilt eine Pumpe als effizient.

Mein Fazit

Die Wärmewende tritt 2025 auf der Stelle, weil die Politik den Eigentümern jede Planungsgrundlage genommen hat. 19,5 Millionen fossile Heizungen sind kein Zufall, das ist die logische Folge von verschobenen Gesetzen, unklarer Förderung und sprunghaften Förderbedingungen. Wer jetzt noch eine Gasheizung einbaut, fährt sie wahrscheinlich 15 bis 20 Jahre, das ist ökologisch ein Rückschritt, lässt sich aber kaum verhindern.

Was bleibt, ist ein pragmatischer Blick: 2026 wird das neue Gesetz die Lage beruhigen, die Förderkulisse wird konkreter, die Wärmepumpe bleibt für die meisten Bestandsgebäude die wirtschaftlichste Option, wenn Dämmung und Heizflächen passen. Bis dahin gilt: Heizung warten, Energieberatung nutzen, Angebote sammeln und vor allem keine übereilten Entscheidungen treffen, die du in fünf Jahren bereust.

Häufige Fragen

Wie viele Öl- und Gasheizungen gibt es 2025 in Deutschland?

Laut Schornsteinfeger-Verband ZIV sind Ende 2025 rund 19,5 Millionen Öl- und Gasheizungen in Betrieb, etwa 11,2 Millionen Gas- und 8,3 Millionen Ölanlagen. Der Rückgang gegenüber 2024 liegt bei nur zwei Prozent.

Lohnt sich eine Wärmepumpe 2026 wirtschaftlich?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe rechnet sich bei guter Dämmung und Heizflächen mit niedriger Vorlauftemperatur oft schon nach 10 bis 15 Jahren. Mit der geplanten KfW-Förderung 2026 und einem Wärmestromtarif können die laufenden Kosten auf 1.300 bis 1.700 Euro pro Jahr sinken.

Was passiert, wenn meine alte Gasheizung kaputtgeht?

Bei einem Defekt darfst du sie reparieren lassen, eine Austauschpflicht besteht laut GEG nicht. Viele Versorger und Installateure empfehlen in dem Fall den Sprung zur Wärmepumpe oder zumindest zu einer Hybridlösung, weil die Preise für neue Gaskessel mittelfristig steigen werden.

Wann kommt das neue Heizungsgesetz 2026?

Der Entwurf für den GEG-Nachfolger liegt seit Frühjahr 2026 vor, mit längeren Übergangsfristen und einer neu geschnürten Förderkulisse. Der finale Beschluss wird für Herbst 2026 erwartet, bis dahin gilt im Wesentlichen das alte GEG mit Bestandsschutz für funktionierende Anlagen.

Stand: 11.06.2026.
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