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Energy Watch Group: Solar-Stopp verteuert Strom um 4 Cent

Energy Watch Group: Solar-Stopp verteuert Strom um 4 Cent

Das Wichtigste in Kürze

  • Energy Watch Group warnt vor PV-Ausbaustopp durch EEG-Entwurf
  • Bis zu 4 Cent/kWh Preisanstieg prognostiziert
  • Hoher fossiler Anteil treibt Börsenstrompreis über 12 Cent/kWh
  • Bei über 80 Prozent Erneuerbaren sinkt der Börsenpreis unter 3 Cent/kWh
  • Bundesrat schlägt EEG-Übergangslösung für 2027 vor

Was passiert, wenn der PV-Ausbau in Deutschland abrupt stoppt?

Mitte-40-Jährige prüft besorgt eine hohe Stromrechnung in der Küche.

Klingt erstmal abstrakt, betrifft dich aber direkt: Die Energy Watch Group warnt, ein solarer Ausbaustopp könnte den Börsenstrompreis in Deutschland um bis zu 4 Cent je kWh nach oben treiben. Das wäre für eine vierköpfige Familie mit normalem Verbrauch spürbar mehr Geld auf der Jahresrechnung. Die Organisation hat ein Papier zum aktuell debattierten Kabinettsentwurf für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgelegt.

Würde der Entwurf in seiner jetzigen Form umgesetzt, drohe eine erhebliche Verteuerung, so die Energy Watch Group. Die Begründung klingt auf den ersten Blick paradox: Mehr Sonne soll den Preis senken, weniger Sonne ihn verteuern. Das liegt an einem simplen Mechanismus am Strommarkt.

Warum ein fossiler Anteil über 60 Prozent den Preis nach oben drückt

Heute liegt der Börsenstrompreis in Deutschland bereits bei über 12 Cent/kWh, wenn der fossile Anteil an der Stromerzeugung rund 60 Prozent beträgt. Du zahlst also nicht nur für den Strom selbst, sondern auch für den Brennstoff, der ihn erzeugt: Gas aus Kohle, Gas und Öl, deren Beschaffung teuer und schwankend ist. Sinkt der fossile Anteil dagegen auf unter 20 Prozent, also liefern die Erneuerbaren über 80 Prozent, dann fällt der Börsenstrompreis unter 3 Cent/kWh.

Diese Logik erklärt, warum die Energy Watch Group so laut warnt: Wenn der Stromverbrauch in Deutschland durch den Ausbau von KI-Rechenzentren, E-Mobilität und Wärmepumpen weiter zunimmt, dieser Mehrbedarf aber mangels PV-Ausbau mit teuren fossilen Kraftwerken gedeckt werden müsste, steigt nicht nur der Preis pro kWh, sondern auch die jährliche Gesamtrechnung. Die Energy Watch Group beziffert das Risiko auf bis zu 25 Milliarden Euro pro Jahr.

Was die Energy Watch Group vom Bundestag fordert

Die Organisation fordert, dass sich der Bundestag mit den Beratungen Zeit nimmt und eine solide EEG-Novelle samt Netzpaket erarbeitet. Sollte das über den Jahreswechsel dauern, müsse das EEG 2023 vorher so angepasst werden, dass es auch ab dem 01.01.2027 noch gilt. Den Lösungsvorschlag hat der Bundesrat bereits in einem Papier mit Änderungsvorschlägen unterbreitet.

Der Vorschlag klingt technisch, hat aber klare finanzielle Folgen für dich:

  • Das EEG 2023 bliebe mit wenigen Änderungen bis Juni 2027 EU-rechtskonform.
  • Statt einer Bundeshaushalts-Subvention würde der EEG-Ausgleich über eine Umlage auf den Strompreis finanziert.
  • Das wäre nach EU-Recht keine Beihilfe mehr.
  • Den Bundeshaushalt 2027 würde es um ca. 10 Millionen Euro entlasten.
  • Den Strompreis würde es nicht erhöhen, weil Erneuerbare heute die günstigste Art der Stromerzeugung sind.

Wer hinter der Warnung steht

Hinter dem Papier steht die Energy Watch Group, präsidiert von Hans-Josef Fell, der von 1998 bis 2013 selbst Mitglied des Bundestags war. Fell sagt, er könne sich angesichts der groben Fehler im EEG-Kabinettsentwurf in der Kürze der dem Parlament verbleibenden Zeit bis zum 16. Oktober keine Erarbeitung einer EEG-Novelle vorstellen, die einen weiteren starken Ausbau der Erneuerbaren ermöglichen würde. Daher stimme er dem Bundesrat zu, Zeit zu schaffen. Die Energy Watch Group will dazu einen konkreten Gesetzesvorschlag vorlegen.

Was heißt das für dich konkret? Zwei Szenarien stehen im Raum, und sie unterscheiden sich deutlich:

  • Szenario A: EEG-Novelle in der aktuellen Form bis 16. Oktober. Dann besteht das Risiko einer PV-Ausbaubremse, steigender Börsenstrompreise und einer Mehrbelastung für Verbraucher.
  • Szenario B: Übergangslösung nach Bundesrats-Vorschlag. Das EEG 2023 läuft mit kleinen Anpassungen weiter, der PV-Ausbau bleibt möglich, der Strompreis stabil.

Was du jetzt wissen solltest

Kühltürme eines fossilen Kraftwerks stoßen weißen Dampf in grauen Himmel aus.

Wenn du ohnehin über eine PV-Anlage auf dem Dach nachdenkst, lohnt sich ein Blick auf den politischen Zeitstrahl: Bis zum 16. Oktober läuft das parlamentarische Fenster für eine überarbeitete Novelle. Bleibt es bei der jetzigen Linie, könnten neue PV-Projekte ins Stocken geraten. Das wiederum würde bedeuten, dass weniger günstiger Solarstrom ins Netz kommt, der fossile Anteil steigt und am Ende die Börsenpreise wieder nach oben klettern.

Du musst die Energiepolitik nicht im Detail verstehen, um die Richtung zu begreifen: Wer Erneuerbare ausbaut, hält den Strompreis unten. Wer sie ausbremst, verteuert ihn. Genau diesen Zusammenhang sehen Kritiker wie die Energy Watch Group durch den aktuellen Entwurf gefährdet. Ob der Bundestag dem Vorschlag des Bundesrats folgt oder die Novelle in Eigenregie nachbessert, entscheidet sich in den kommenden Wochen.

Mein Fazit

Die Warnung der Energy Watch Group ist kein abstraktes Papier für Fachzeitschriften, sondern eine direkte Botschaft an dich: Ein PV-Ausbaustopp ist kein kleiner politischer Formfehler, sondern eine Preiserhöhung in deiner Stromrechnung. Wer in einem Land mit steigendem Verbrauch durch E-Autos, Wärmepumpen und KI-Rechenzentren den günstigsten Energieträger ausbremst, erzeugt genau die Knappheit, die er später teuer bezahlen muss. Die Logik des Marktes ist da unbestechlich: 80 Prozent Erneuerbare bedeuten Börsenpreise unter 3 Cent/kWh, 60 Prozent fossile Anteile bedeuten über 12 Cent/kWh.

Meine Meinung: Der Vorschlag des Bundesrats ist der pragmatischere Weg. Lieber das bewährte EEG 2023 mit kleinen Anpassungen weiterlaufen lassen, als in Hektik eine Novelle durchzudrücken, die das Gegenteil von dem erreicht, was sie soll. Zeitdruck ist ein schlechter Gesetzgeber.

Häufige Fragen

Warum warnt die Energy Watch Group vor dem aktuellen EEG-Entwurf?

Die Organisation fürchtet, dass der Kabinettsentwurf zu einem PV-Ausbaustopp führt und damit den Börsenstrompreis um bis zu 4 Cent/kWh verteuert.

Welche konkrete Preiserhöhung wird befürchtet?

Bei einer Ausbaubremse der Erneuerbaren könnte der Börsenstrompreis in Deutschland um bis zu 4 Cent/kWh oder 25 Milliarden Euro jährlich steigen.

Was schlägt der Bundesrat als Alternative vor?

Der Bundesrat hat ein Papier mit Änderungsvorschlägen erarbeitet, damit das EEG 2023 mit wenigen Anpassungen auch ab dem 01.01.2027 weiter gilt.

Wer steht hinter der Energy Watch Group?

Präsident der Energy Watch Group ist Hans-Josef Fell, der von 1998 bis 2013 Mitglied des Bundestags war.

Quelle: solarserver.de. Stand: 10.10.2026.
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