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Ratgeber

dena-Gebäudereport 2026: Wärmepumpe und Speicher ziehen an

dena-Gebäudereport 2026: Wärmepumpe und Speicher ziehen an

Das Wichtigste in Kürze

  • Wärmepumpen erreichten in 2025 fertiggestellten Wohngebäuden rund 74 Prozent Anteil
  • Gasheizungen im Neubau auf historischem Tiefstand von rund elf Prozent
  • Wärmepumpenabsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 40 Prozent gegenüber Vorjahr
  • Gebäudesolar-Zubau sank im ersten Halbjahr 2026 um 17 Prozent
  • Rund 2,6 Millionen Batteriespeicher mit 30 Gigawattstunden Kapazität installiert

Der dena-Gebäudereport 2026 zeichnet ein gespaltenes Bild der Energiewende im Gebäudesektor. Während Wärmepumpen und Batteriespeicher kräftig zulegen, bricht der Zubau von Solaranlagen auf Dächern ein. Für Haushalte bedeutet das: Wer jetzt baut oder saniert, trifft auf einen Heizungsmarkt im Umbruch, aber auch auf Förderbedingungen, die laut Deutscher Energie-Agentur (dena) dringend verständlicher werden müssen.

Wie groß ist der Abstand zwischen Neubau und Bestand wirklich?

Ein Paar Mitte 40 betrachtet in einem modernen Wohnzimmer lächelnd Energieverbrauchsdaten auf einem Tablet.

In Wohngebäuden, die 2025 fertiggestellt wurden, entfielen mehr als 89 Prozent der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien, Strom und Fernwärme. Ein Jahr zuvor waren es rund 85 Prozent. Wärmepumpen erreichten dabei einen Anteil von knapp 74 Prozent.

Gasheizungen kamen in diesen Neubauten nur noch auf rund elf Prozent, ein Wert, den die dena als historischen Tiefstand einordnet. Wer also heute ein neues Haus baut oder ein neues Gebäude plant, entscheidet sich fast automatisch gegen Gas, oft ohne es noch ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Im Wohngebäudebestand sieht die Lage dagegen ganz anders aus. Gas bleibt mit einem Anteil von 56,1 Prozent im Jahr 2025 der dominierende Energieträger. Nachdem dieser Anteil in den Vorjahren kontinuierlich gestiegen war, ging er 2023 erstmals leicht zurück. Im Jahr 2025 sank er erneut, von 56,2 auf 56,1 Prozent. Wärmepumpen konnten im Bestand innerhalb eines Jahres immerhin fünf Prozent zulegen.

Der Vergleich macht den Kern des Reports deutlich: Der Wandel läuft im Neubau schnell, im Bestand quälend langsam. Genau hier sieht dena-Chefin Corinna Enders Handlungsdruck.

Warum der Bestand das eigentliche Problem bleibt

Enders formuliert es so: „Bei Bestandsgebäuden muss das Tempo erhöht werden. Hier besteht mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz und den neuen BEG-Förderbedingungen nun auch die notwendige Klarheit.“ Die Aussage klingt fast zurückhaltend, beschreibt aber eine Realität, die viele Eigentümer kennen.

Mit dem Heizungsmarkt im Bestand sind drei Punkte gemeint:

  • Rechtliche Klarheit: Das Gebäudeenergiegesetz und die neuen BEG-Förderbedingungen geben erstmals einen klaren Rahmen für Sanierungen.
  • Förderkulisse: Welche Zuschüsse wann und in welcher Höhe fließen, ist für viele Eigentümer schwer zu durchschauen.
  • Langfristige Verlässlichkeit: Enders betont, dass die Rahmenbedingungen langfristig stabil bleiben müssen, damit Eigentümerinnen und Eigentümer ihre Entscheidungen treffen können.

Der Subtext: Wer heute eine Gasheizung gegen eine Wärmepumpe tauschen will, braucht nicht nur Geld, sondern auch Planungssicherheit über die kommenden Jahre. Ohne diese Sicherheit bleibt die Wärmepumpe für viele ein Projekt auf der langen Bank.

Was sagen die Verkaufszahlen über den Heizungsmarkt 2026?

Die Verkaufszahlen zeichnen eine deutliche Verschiebung zugunsten elektrischer Heizsysteme. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 194.500 Wärmepumpen verkauft. Das waren 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Absatz von Gasheizungen lag mit 134.000 Geräten nur ein Prozent über dem Vorjahreswert.

Damit hat sich das Verhältnis zwischen Wärmepumpe und Gasheizung bei den Verkaufszahlen innerhalb kurzer Zeit spürbar verschoben. Bereits 2025 war die Wärmepumpe mit rund 299.000 verkauften Anlagen das absatzstärkste Heizsystem. Ihr Marktanteil erhöhte sich von 48 Prozent im Gesamtjahr 2025 auf 55 Prozent im ersten Halbjahr 2026.

Für Haushalte heißt das: Die Wärmepumpe ist keine Nischentechnologie mehr, sondern Standard im Heizungsmarkt. Handwerkerkapazitäten, Förderabwicklung und Stromtarife rücken damit für immer mehr Eigenheimbesitzer in den Mittelpunkt, nicht mehr die Frage, ob eine Wärmepumpe überhaupt sinnvoll ist.

Warum verliert die Gebäudesolar beim Zubau?

Während die Wärmepumpe boomt, schwächelt die Photovoltaik auf Gebäuden. Der Zubau von Solaranlagen auf Gebäuden sank im ersten Halbjahr 2026 um 17 Prozent. Die insgesamt installierte Gebäudesolarleistung erreichte dennoch rund 80 Gigawatt. Die dena führt die nachlassende Dynamik auf zwei Ursachen zurück: die veränderten Rahmenbedingungen durch das Solarspitzengesetz sowie Unsicherheiten bei der Förderung.

Beides ist kein gutes Zeichen für die Eigenversorgung. Wer den eigenen Strom mit einer Wärmepumpe kombinieren will, profitiert besonders von einem PV-Dach, gerade in Zeiten schwankender Börsenstrompreise. Sinkt der Solarzubau, fehlt dieses Puzzleteil vieler Haushaltskonzepte.

Gleichzeitig zeigt sich, dass der Eigenverbrauch nicht über das Dach allein läuft. Der Speichermarkt entwickelt sich deutlich dynamischer.

Speicher wachsen schneller als Solaranlagen

Rechteckiger Heimspeicher mit blauen LED-Anzeigen an einer weißen Wand im Hauswirtschaftsraum, Kupferrohre daneben.

Im Juli 2026 waren laut Gebäudereport rund 2,6 Millionen Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von 30 Gigawattstunden installiert. Monatlich kamen zuletzt etwa 47.400 Anlagen hinzu. Mit rund 24 Gigawattstunden entfielen vier Fünftel der erfassten Kapazität auf Heimspeicher in Wohngebäuden.

Nach Angaben der dena wächst der Speichermarkt seit mehr als einem Jahr schneller als der Solarmarkt. Zugleich nehme das Segment der Großbatteriespeicher besonders stark zu, allerdings ohne dass die Mitteilung konkrete Zubauzahlen für dieses Segment nennt.

Die Logik dahinter ist klar: Ein Speicher macht eine bestehende PV-Anlage wertvoller, weil er den Eigenverbrauch erhöht und den Zukauf von teurem Netzstrom in den Abendstunden reduziert. In Kombination mit einer Wärmepumpe entsteht ein System, das im Idealfall weitgehend unabhängig vom öffentlichen Netz laufen kann. Genau diese Kopplung wird derzeit besonders häufig nachgefragt, und sie verschiebt die Rollen: Der Speicher wird zum zweiten Standbein neben dem Dach, oft sogar zum wichtigsten.

Die dena sieht in dieser Entwicklung ein deutliches Signal: Die Verbindung verschiedener Technologien wird für die Energieversorgung von Gebäuden zunehmend wichtiger. Wer nur eine einzelne Komponente betrachtet, übersieht den eigentlichen Trend.

Welche Marktsignale sendet der Report?

Für die Energiebranche ergeben sich aus dem Report drei sehr unterschiedliche Marktsignale:

  1. Wärmepumpenverkäufe steigen, getragen vom Neubau und zunehmend auch vom Bestand.
  2. Speicherkapazitäten wachsen, schneller als Solaranlagen, mit klarer Tendenz zur Kombination mehrerer Technologien.
  3. Gebäudesolar verliert beim Zubau, getrieben vom Solarspitzengesetz und Förderunsicherheit.

Diese Mischung aus Beschleunigung und Bremsen ist typisch für eine Transformationsphase. Technisch ist vieles möglich, regulatorisch hängt die Geschwindigkeit an Förderbedingungen und Verlässlichkeit.

Mein Fazit

Der dena-Gebäudereport 2026 zeigt eine Gebäudewende mit zwei Tempi. Im Neubau hat die Wärmepumpe Gas fast vollständig verdrängt, im Bestand bleibt Gas trotz jahrelanger Debatte der dominierende Energieträger. Die Verkaufszahlen stimmen optimistisch, weil die Wärmepumpe 2026 erstmals klar stärker wächst als Gasheizungen. Gleichzeitig bremst die Solarpolitik den Photovoltaik-Zubau auf Dächern aus, während Speicher davon profitieren.

Für dich als Haushalt heißt das: Wenn du über Heizungstausch oder Eigenstrom nachdenkst, lohnt sich der Blick auf das Gesamtpaket aus Wärmepumpe, PV und Speicher. Die Technik ist marktreif, die Verkaufszahlen bestätigen den Trend. Was fehlt, ist weniger eine technische Frage als eine politische: verlässliche Förderbedingungen über mehrere Jahre. Genau diesen Punkt benennt Corinna Enders, und genau daran wird sich entscheiden, ob der Bestand in den nächsten Jahren tatsächlich aufschließt.

Häufige Fragen

Wie hoch war der Wärmepumpenanteil in 2025 fertiggestellten Wohngebäuden?

Laut dena-Gebäudereport 2026 entfielen in 2025 fertiggestellten Wohngebäuden knapp 74 Prozent der Wärmeversorgung auf Wärmepumpen.

Wie viele Wärmepumpen wurden im ersten Halbjahr 2026 verkauft?

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 194.500 Wärmepumpen verkauft, 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Wie hat sich der Zubau von Gebäudesolaranlagen entwickelt?

Der Zubau von Solaranlagen auf Gebäuden sank im ersten Halbjahr 2026 um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Wie viele Batteriespeicher sind aktuell in Wohngebäumen installiert?

Im Juli 2026 waren rund 2,6 Millionen Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von 30 Gigawattstunden installiert, davon rund 24 Gigawattstunden in Wohngebäuden.

Quelle: solarserver.de. Stand: 18.09.2026.
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