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Ratgeber

Xiaomi SU7, Avatr & Co.: Autohelden importiert China-Autos

Xiaomi SU7, Avatr & Co.: Autohelden importiert China-Autos

Das Wichtigste in Kürze

  • Autohelden importiert Xiaomi SU7 und Avatr ab 2026 nach Deutschland
  • Zusätzlich im Programm: Zeekr-Modelle und Jetour (E-Auto + Verbrenner)
  • Importeur peilt 50.000 verkaufte Fahrzeuge pro Jahr an
  • Preise für Xiaomi SU7 vermutlich zwischen 38.000 und 52.000 Euro
  • Garantie, Service und Wiederverkauf bleiben die großen Fragezeichen

Was plant Autohelden mit Xiaomi SU7 und Avatr wirklich?

Xiaomi SU7, Avatr & Co.: Autohelden importiert China-Autos

Ein neuer Player mischt den deutschen Automarkt auf. Autohelden, bislang als freie Importeursschmiede bekannt, kündigt für 2026 den offiziellen Vertrieb von Xiaomi SU7, Avatr 11 und 12 sowie Modellen von Zeekr und Jetour an. Klingt erstmal nach einer weiteren China-Welle, ist aber strategisch deutlich breiter aufgestellt als viele Vorgänger.

Denn Autohelden will nicht nur Stromer verkaufen. Im Programm sind auch Verbrenner und Plug-in-Hybride, vor allem von Jetour. Damit greift der Importeur mehrere Marktsegmente gleichzeitig an: sportliche Limousinen wie den SU7, Familien-SUVs von Avatr und preisgünstige Modelle aus dem Tross von Chery, zu dem Jetour gehört.

Das Ziel ist ehrgeizig: rund 50.000 Fahrzeuge pro Jahr, verteilt über alle Marken. Das klingt ambitioniert, gemessen am Gesamtkuchen von jährlich knapp drei Millionen Neuzulassungen in Deutschland. Aber im wachsenden Segment der chinesischen Marken wäre das ein echtes Ausrufezeichen.

Warum ausgerechnet der Xiaomi SU7 Deutschland elektrisiert

Der Xiaomi SU7 ist kein normales Auto. Xiaomi, in China eher für Smartphones, Saugroboter und Elektrokessel bekannt, hat mit dem SU7 eine Sportlimousine gebaut, die optisch stark an einen Porsche Taycan erinnert. Das sorgt für Diskussionen, gerade in Foren. Über Geschmack lässt sich streiten, über die technischen Daten nicht.

Die Basisausführung SU7 mit Heckantrieb leistet rund 220 kW (299 PS), die Variante SU7 Max bringt es auf 495 kW (673 PS) und sprintet in 2,78 Sekunden auf 100 km/h. Die Batteriegrößen liegen bei 73,6 kWh (LFP) und 94,3 oder 101 kWh (NMC). Reichweiten von 700 bis 830 Kilometer nach CLTC sind realistisch, nach WLTP vermutlich 550 bis 650 Kilometer.

Für Deutschland bedeutet das: Der SU7 positioniert sich zwischen Tesla Model 3 (ab rund 39.000 Euro) und BMW i4 (ab rund 52.000 Euro). Erwartet werden Einstiegspreise zwischen 38.000 und 45.000 Euro für die Heckantriebsversion, 48.000 bis 55.000 Euro für den SU7 Max. Solche Preisrange war noch vor zwei Jahren für ein Auto dieser Klasse unvorstellbar.

Avatr 11 und 12: das etwas andere Premium-SUV aus China

Avatr ist eine gemeinsame Marke von Changan, Huawei und CATL. Das klingt nach einem ziemlich dicken Technik-Bündel, und genau so ist es auch. Der Avatr 11 ist ein Coupé-SUV mit fahrbereitem Image, der Avatr 12 eine elektrische Limousine im Stile einer verlängerten Sportflunder. Beide kommen aus dem höheren Preissegment.

In China startet der Avatr 11 bei umgerechnet rund 45.000 Euro, hierzulande dürfte er mit Aufschlag für Homologation, Transport und Händlermarge zwischen 58.000 und 68.000 Euro landen. Damit konkurriert er mit BMW iX, Mercedes EQE SUV und Audi Q6 e-tron. Eine mutige Positionierung.

Technisch setzt Avatr stark auf Huawei-Software: HarmonyOS Cockpit, ADAS mit LiDAR und Over-the-Air-Updates. Die CATL-Batterien mit 90 bis 116 kWh ermöglichen WLTP-Reichweiten um die 600 Kilometer. Schnellladen mit bis zu 240 kW ist möglich, theoretisch. Ob das deutsche Ladenetz diese Werte zuverlässig liefert, steht auf einem anderen Blatt.

Zeekr und Jetour: die breite Basis für 50.000 Autos pro Jahr

Allein mit Xiaomi und Avatr wäre das 50.000-Fahrzeuge-Ziel nicht erreichbar. Deshalb bringt Autohelden Zeekr und Jetour mit ins Boot. Zeekr gehört zum Geely-Konzern und steht in Europa bereits in den Startlöchern, unter anderem mit dem Zeekr X (Kompakt-SUV) und dem Zeekr 001 (Sportkombi). Beide sind moderne 800-Volt-Plattformen mit ehrlicher Reichweite.

Jetour wiederum ist eine Submarke von Chery und bedient das klassische Preis-Leistungs-Segment. Hier geht es um Verbrenner, Plug-in-Hybride und vollelektrische SUVs zwischen 22.000 und 35.000 Euro, Stand 06/2026. In einer Zeit, in der viele deutsche Haushalte auf den Cent schauen, ist das ein relevantes Angebot.

Was die Modellpalette laut Autohelden umfassen soll

  • Xiaomi SU7 (Limousine, Heckantrieb und Allrad, ab ca. 38.000 Euro erwartet)
  • Xiaomi SU7 Ultra (über 1.000 PS, vermutlich über 80.000 Euro)
  • Avatr 11 (Coupé-SUV, ca. 58.000 bis 68.000 Euro erwartet)
  • Avatr 12 (Limousine, ähnliches Preisniveau)
  • Zeekr 001 und Zeekr X (gehört zu Geely)
  • Jetour T2, Traveller, X70 Plus (Verbrenner und PHEV)

Welche Risiken Käufer wirklich ernst nehmen sollten

Neue Marken sind spannend, aber nicht ohne Tücken. Wer heute einen Xiaomi SU7 oder Avatr kauft, geht bewusst ein paar Risiken ein, die bei Tesla, BMW oder Volkswagen schlicht nicht existieren. Drei Punkte sind dabei besonders wichtig.

Wiederverkauf: Es gibt noch keinen etablierten Gebrauchtmarkt für Xiaomi und Avatr in Deutschland. Wer in drei bis vier Jahren verkaufen will, muss mit hohen Wertverlusten rechnen. Eine Restwertprognose von 35 bis 45 Prozent nach drei Jahren ist realistisch.

Service und Ersatzteile: Autohelden kündigt ein eigenes Servicenetz an, Details sind aber rar. Steht das Werkstattnetz in München, Hamburg oder Berlin, oder eher in Brandenburg und Oberfranken? Ersatzteile aus China brauchen oft zwei bis vier Wochen. Bei einem Defekt kann das ärgerlich werden.

Software-Updates und Datenschutz: Gerade bei Xiaomi und Avatr mit Huawei-Anbindung stellen sich Fragen zur Datenverarbeitung nach DSGVO. Auch die Versicherungswirtschaft beobachtet das genau. Einige Versicherer verlangen bereits Aufschläge für chinesische E-Autos, andere schließen bestimmte Assistenzfunktionen aus der Police aus.

Wie realistisch sind die genannten Preise wirklich?

Xiaomi SU7, Avatr & Co.: Autohelden importiert China-Autos

China-Preise lassen sich nicht eins zu eins nach Europa übertragen. Allein Transport, Homologation (Genehmigung für den EU-Markt), Mehrwertsteuer und Händlermarge schlagen mit 25 bis 40 Prozent auf den chinesischen Listenpreis auf. Dazu kommen oft kleine Anpassungen an Assistenzsystemen, Beleuchtung und Notrufdiensten (eCall).

Modell Preis China (ca.) Erwarteter Preis Deutschland Wettbewerb
Xiaomi SU7 (Basis) 30.000 Euro 38.000 bis 45.000 Euro Tesla Model 3, Polestar 2
Xiaomi SU7 Max 42.000 Euro 48.000 bis 55.000 Euro BMW i4, Mercedes EQE
Avatr 11 45.000 Euro 58.000 bis 68.000 Euro BMW iX, Audi Q6 e-tron
Avatr 12 42.000 Euro 55.000 bis 65.000 Euro Mercedes EQE, Nio ET7
Zeekr 001 38.000 Euro 49.000 bis 56.000 Euro Tesla Model S, Porsche Taycan (Basis)
Jetour T2 PHEV 18.000 Euro 26.000 bis 30.000 Euro BYD Atto 3, MG HS

Die Tabelle zeigt: Die Endpreise in Deutschland liegen zwar deutlich über dem chinesischen Niveau, bleiben aber oft unter den Preisen vergleichbarer europäischer Modelle. Genau dieser Abstand ist das Hauptargument für einen China-Import.

Ladeinfrastruktur und Kompatibilität mit dem heimischen Stromtarif

Ein neues Auto ist nur die halbe Miete. Wer sich für einen Xiaomi SU7 oder Avatr entscheidet, braucht zu Hause idealerweise eine 11-kW-Wallbox, dynamischen Stromtarif und einen Smart Meter (iMSys). Das Zusammenspiel lohnt sich: Wer nachts zwischen 2 und 5 Uhr lädt, wenn an der Börse oft nur 6 bis 9 ct/kWh anfallen, spart gegenüber dem Haushaltstarif (rund 28 bis 35 ct/kWh) schnell 15 bis 20 Cent pro Kilowattstunde.

Bei einem Verbrauch von 18 kWh pro 100 Kilometer summiert sich das. Auf 15.000 Kilometer im Jahr sind das 2.700 kWh, bei einer Spot-Mittel von 8 ct/kWh wären das 216 Euro Stromkosten statt 945 Euro im Standardtarif. Ein realistisches Szenario, kein Werbeversprechen.

  1. Smart Meter Pflicht: ab 2025 für alle Haushalte mit dynamischem Tarif verpflichtend.
  2. Wallbox mit Lastmanagement: mindestens 11 kW, besser 22 kW für mehr Flexibilität.
  3. Spot-Tarif mit Lastverschiebung: Anbieter wie Tibber, Ostrom, Octopus Energy oder Rabot Energy.
  4. Eigenen Zähler prüfen: viele Netzbetreiber brauchen eine separate Anmeldung für eine Wallbox.

Mein Fazit

Autohelden geht mit dem Xiaomi SU7, Avatr, Zeekr und Jetour einen mutigen Weg. Die Kombination aus sportlichem Image (Xiaomi), Premium-Anspruch (Avatr), etablierter Technik (Zeekr) und preiswerten Massenmodellen (Jetour) deckt tatsächlich einen breiten Teil des Marktes ab. 50.000 Fahrzeuge pro Jahr sind erreichbar, wenn Service und Garantieversprechen sauber umgesetzt werden. Genau da liegt aber auch die größte Unbekannte: Wer heute einen China-Stromer kauft, kauft Vertrauen in einen Händler, der sich diesen Markt erst noch erarbeiten muss. Wer bereit ist, dieses Risiko einzugehen, bekommt 2026 ein technisch hervorragendes Auto zu einem Preis, bei dem deutsche Hersteller nicht mithalten können. Wer auf maximale Sicherheit setzt, wartet besser noch zwölf Monate und schaut, wie sich die ersten Servicebilanzen lesen.

Häufige Fragen

Wann kommt der Xiaomi SU7 nach Deutschland?

Autohelden plant den Verkaufsstart für 2026. Konkrete Termine und Bestellmöglichkeiten sollen im Laufe des Jahres bekanntgegeben werden. Die ersten Auslieferungen sind frühestens ab dem zweiten Quartal realistisch.

Was kostet der Xiaomi SU7 in Deutschland?

Erwartet werden 38.000 bis 45.000 Euro für die Heckantriebsversion und 48.000 bis 55.000 Euro für den SU7 Max. Der SU7 Ultra dürfte deutlich über 80.000 Euro liegen.

Welche Garantie gibt es auf Xiaomi und Avatr?

Autohelden kündigt eine Herstellergarantie von mindestens 6 Jahren oder 150.000 km an, wie sie in China üblich ist. Details zur Batteriegarantie und zum Serviceumfang stehen noch aus.

Sind Xiaomi- und Avatr-Autos in Europa überhaupt zugelassen?

Ja, eine EU-Typgenehmigung ist für alle genannten Modelle geplant. Ohne diese Genehmigung dürfte kein Auto offiziell in Deutschland verkauft werden, sie ist also Voraussetzung für den Marktstart.

Stand: 28.06.2026.
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