Das Wichtigste in Kürze
- EV4 GT startet bei 57.840 Euro und liegt damit klar über dem Standard-EV4
- Allrad, 215 kW Systemleistung und 0 auf 100 in 5,6 Sekunden
- 81,4 kWh Akku, WLTP-Reichweite bis 505 Kilometer
- 400-Volt-Technik, DC-Laden mit bis zu 128 kW, 10 auf 80 Prozent in rund 31 Minuten
- GT bleibt ein Nischenmodell, lohnt sich nur für echte Sportfans
Was steckt hinter dem Kia EV4 GT?

Kia macht den EV4 scharf. Der EV4 GT ist die erste echte GT-Variante im kompakten Format der Koreaner, eine Linie, die bisher eher für den Ceed GT oder den EV6 GT reserviert war. Mit einer Systemleistung von 215 kW (292 PS), Allradantrieb und einem 81,4-kWh-Akku will Kia zeigen, dass Elektroauto nicht gleich Langweiler heißt. Ehrlich gesagt ist das auch nötig, denn der normale EV4 wirkt zwar sauber verarbeitet, aber eher gemütlich. Der GT ist jetzt die Antwort auf alle, die bei einem kompakten E-Auto nicht auf Temperament verzichten wollen.
Die Idee ist klar: Die Marke EV6 GT ist beliebt, der EV9 steht für Familien, jetzt soll der EV4 GT die sportliche Lücke nach unten schließen. Das Auto ist kompakt genug für den Alltag, schnell genug für die Landstraße und teuer genug, dass man zwei Mal hinschaut. Genau über diesen Preis reden wir gleich.
Lohnt sich der Aufpreis gegenüber dem Standard-EV4?
Der normale EV4 startet in Deutschland aktuell bei etwa 37.000 Euro, die GT-Version beginnt bei 57.840 Euro. Das ist ein Sprung von knapp 20.000 Euro, und genau hier spaltet sich die Community. Auf der einen Seite stehen Käufer, die den EV4 als günstiges Pendlerauto sehen. Auf der anderen Seite Fahrer, die den Kia-Spirit suchen, also das Gefühl von EV6 GT oder Stinger GT, nur eben eine Nummer kleiner.
Wer clever rechnet, schaut zuerst auf das, was der GT wirklich mehr bietet. Das ist nicht nur Marketing, sondern vor allem Antrieb, Fahrwerk und Ladetechnik. Wer damit nichts anfangen kann, fährt mit der Standardvariante deutlich günstiger und liegt bei Verbrauch wie Reichweite sogar besser.
- Systemleistung: 215 kW im GT vs. 195 kW beim EV4 Earth AWD und 150 kW beim Fronttriebler
- 0 auf 100 km/h: 5,6 Sekunden, der AWD-Standard braucht 6,5 Sekunden, der Fronttriebler 7,5
- Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h – hier trennt den GT nichts vom Rest der Baureihe
- Fahrwerk: strafferes Setup, eigenes Stabilisator-Setup und breitere 21-Zoll-Reifen
Mein erster Eindruck bei vergleichbaren Modellen: Der Sprung ist spürbar, aber nur wenn man ihn wirklich sucht. Wer täglich im Stadtverkehr unterwegs ist, merkt von der Mehrleistung fast nichts. Wer morgens auf die Autobahn abbiegt, schon.
Reichweite, Akku und Laden im Alltag
Der EV4 GT bringt einen 81,4-kWh-Akku mit, Kia nennt bis zu 505 Kilometer WLTP-Reichweite – mit den optionalen Performance-Reifen sind es 473 Kilometer. Das ist im Kontext der Leistungsklasse solide. Wer mit Vollgas fährt, kommt spürbar darunter. Wer es ruhig angehen lässt, kann sich der WLTP-Angabe annähern.
Beim Laden zeigt sich, dass Kia aus dem EV6 GT gelernt hat. Anders als EV6 und Ioniq 5 fährt der EV4 mit 400 Volt statt 800 Volt. Die DC-Ladeleistung liegt bei maximal rund 128 kW, für 10 auf 80 Prozent braucht der Akku etwa 31 Minuten. Das ist solide, aber kein 800-Volt-Tempo – wer auf eine 350-kW-Säule zusteuert, holt daraus keinen Vorteil.
- Akkugröße: 81,4 kWh
- WLTP-Reichweite: bis 505 km (473 km mit Performance-Reifen)
- Peak-Laden: bis zu ca. 128 kW DC (400-Volt-Bordnetz)
- AC-Laden: serienmäßig 11 kW, optional 22 kW über die größere Onboard-Box
- V2L-Funktion: ja, mit Adapter für Steckdose im Fahrzeug
Wichtig für Strom-Tarife: Wer mit dem EV4 GT an einer Schnellladesäule steht, profitiert besonders stark von dynamischen Tarifen wie Tibber, Ostrom oder Octopus Energy. Nachts zwischen 2 und 5 Uhr fallen die Spotpreise oft unter 5 ct/kWh. Bei einem Ladehub von 50 kWh sind das echte Preisunterschiede.
Was kostet der EV4 GT wirklich im Unterhalt?
Der Listenpreis von 57.840 Euro ist nur die halbe Wahrheit. In Deutschland kommen je nach Bundesland noch 2 bis 5 Prozent Zulassungskosten dazu, dazu Versicherung, Stellplatz und Strom. Wer den EV4 GT als Dienstwagen mit 0,25-Prozent-Regel nutzt, kann einige Tausend Euro sparen, bekommt aber monatliche Versteuerungen.
| Position | EV4 GT | Standard EV4 (AWD) | EV6 GT (Vergleich) |
|---|---|---|---|
| Preis ab (UVP) | 57.840 Euro | ab 48.730 Euro | ca. 71.000 Euro* |
| Leistung | 215 kW (292 PS) | 195 kW | ca. 430 kW* |
| 0 bis 100 km/h | 5,6 s | 6,5 s | ca. 3,5 s* |
| Akku | 81,4 kWh | 81,4 kWh | 84 kWh* |
| Reichweite WLTP | bis 505 km | bis 625 km | ca. 380 km* |
| Laden DC Peak | bis ca. 128 kW | bis ca. 128 kW | bis 263 kW* |
| Versicherung (KH, ca.) | 900 bis 1.400 Euro pro Jahr | 800 bis 1.200 Euro pro Jahr | 1.000 bis 1.600 Euro pro Jahr |
| Stromkosten pro Jahr (15.000 km) | ca. 680 Euro bei 18 ct/kWh | ca. 510 Euro | ca. 720 Euro |
Wer günstig laden will, kommt mit einem dynamischen Spot-Tarif auf bis zu 35 Prozent weniger Kosten im Jahr. Das sind bei 15.000 Kilometer Laufleistung und einem Verbrauch von rund 18 kWh/100 km etwa 200 Euro Unterschied pro Jahr. Klingt wenig, läppert sich aber.
Sport oder Alltag – für wen ist der EV4 GT gebaut?
Schauen wir uns die Zielgruppe ehrlich an. Der EV4 GT ist kein Auto für Sparfüchse. Der ist auch kein Auto für Vielfahrer, die mit einem Akku fünf Tage Strom tanken wollen. Das Auto ist ein Statement im Kompaktformat, vergleichbar mit dem Hyundai Ioniq 5 N ohne die harte Drift-Spielerei, oder eine Stufe unter dem EV6 GT.
Kurz gesagt: Wer auf der linken Spur unterwegs ist und einen kompakten Begleiter sucht, bekommt hier ein richtig starkes Paket. Wer einfach nur günstig von A nach B will, ist mit dem Standard-EV4 oder gleich mit einem reinen Fronttriebler klar besser dran. Wer Familie hat, schaut besser zum EV9.
Ein Punkt, den viele Tests bisher hervorheben: Das Fahrwerk ist spürbar straffer. Auf kaputten Straßen kann das in der Stadt unangenehm werden. Dafür liegt der Wagen in Kurven fast auf EV6 GT-Niveau, was für einen Kompakten außergewöhnlich ist.
Smart Meter, dynamischer Strom und passende Tarife

Jetzt wird es für SmartStromVergleich interessant. Wer einen EV4 GT kauft, braucht ein iMSys, also ein intelligentes Messsystem. Ohne Smart Meter bekommt man bei dynamischen Tarifen entweder nur Standardwerte oder verliert den Zugang zu Tibber, Ostrom und ähnlichen Anbietern.
Die Kombination macht das Auto erst richtig bezahlbar. Spot-Preise lagen im Juli 2026 im Mittel bei 7 bis 12 ct/kWh, oft abends und nachts deutlich tiefer. Wer ein Auto mit 81,4-kWh-Akku in dieser Zeit vollmacht, tankt für etwa 12 bis 15 Euro voll. An einer öffentlichen Säule zahlt man dafür schnell 30 Euro oder mehr.
- Tibber: dynamischer Spot-Tarif, monatliche Grundgebühr, ideal für Nachtlader
- Ostrom: ebenfalls Spot, oft mit Anmelde-Bonus und 100 Prozent Ökostrom
- Octopus Energy: Heißphase-Tarife mit konstanten Preisen, gut für Voraus-Planer
- Rabot Energy: dynamisch, etwas günstiger bei spätem Anmelde-Zeitpunkt
- 1KOMMA5° Heartbeat: dynamischer Tarif aus der Pulsed-Stromwelt, perfekt für Wallbox-Besitzer
Tipp aus der Praxis: Wer eine eigene Wallbox hat und das Auto per App oder Zeitschaltuhr nachts laden lässt, holt das Maximum raus. Wer auf AC mit 11 kW lädt, freut sich über 8 Stunden Nachttarif zum Top-Preis.
Marktlage und Vergleich mit anderen Kompakt-Sportlern
Bisher sind kompakte Elektro-Sportler rar. Tesla Model 3 Performance ist eine Kategorie für sich, aber kein klassischer Kompakter. MG4 XPower ist günstiger, fühlt sich aber roher an. Der Hyundai Ioniq 5 N ist das andere Extrem, größer, teurer, aggressiver. Kia positioniert den EV4 GT also bewusst dazwischen.
Würde ich mir den Wagen kaufen, wenn ich aktuell auf der Suche wäre? Das hängt vom Setup ab. Wer einen reinen Pendler sucht, braucht keinen GT. Wer Wert auf Komfort und Reichweite legt, sollte den Standard-EV4 mit dem großen Akku anschauen, der ist effizienter.
Mein Fazit
Der Kia EV4 GT ist ein konsequenter Schritt nach vorn. Kia zeigt, dass GT in einem kompakten E-Auto funktioniert, ohne dass die Reichweite komplett zusammenbricht. Der Preis von 57.840 Euro ist ambitioniert, aber im Vergleich zum EV6 GT fast schon vernünftig. Wer GT-Feeling im Alltag will, bekommt hier ein Auto, das Spaß macht, ohne dass die Familie auf Komfort verzichten muss.
Wer den EV4 GT kauft, sollte zwingend eine Wallbox und einen dynamischen Stromtarif mitnehmen. Erst dann wird der kompakte Sportler auch ein wirtschaftlich interessantes Auto. Wer mit dem Standard-EV4 zufrieden ist, spart 20.000 Euro und hat mehr Reichweite. So ehrlich muss man sein.
Häufige Fragen
Wann kommt der Kia EV4 GT nach Deutschland?
Der offizielle Verkaufsstart in Deutschland läuft seit Mitte 2026, erste Fahrzeuge werden ab dem dritten Quartal an Kunden ausgeliefert. Die Auslieferung erfolgt je nach Konfiguration schubweise.
Wie schnell lädt der EV4 GT an einer Schnellladesäule?
Der EV4 GT lädt mit bis zu rund 128 kW Gleichstrom und braucht für 10 auf 80 Prozent etwa 31 Minuten. Eine 350-kW-Säule bringt ihm nichts – er hat ein 400-Volt-Bordnetz, keine 800-Volt-Architektur wie EV6 oder Ioniq 5.
Ist der Kia EV4 GT ein echtes Sportauto?
Mit 215 kW, Allrad und 5,6 Sekunden auf 100 ist er spürbar schneller als der Standard-EV4, fährt sich straffer und liegt sportlich in Richtung EV6-Niveau. Ein echter Sportwagen ist er aber nicht.
Welcher Stromtarif passt zum EV4 GT?
Wer den EV4 GT effizient laden will, fährt mit dynamischen Tarifen wie Tibber, Ostrom oder Octopus Energy am besten. Voraussetzung ist ein iMSys, also ein Smart Meter mit Kommunikationsbox.
* EV6-GT-Werte nicht unabhängig verifiziert – bitte vor weiterer Verwendung gegen die aktuelle Kia-Preisliste prüfen.