Das Wichtigste in Kürze
- E-Transit mit 96-kWh-Batterie schafft bis zu 432 Kilometer Reichweite
- In zehn Minuten lassen sich bis zu 120 Kilometer nachladen
- Transit City kommt als Pritsche, Koffer und Kastenwagen mit Regalen
- Ford bringt Uptime Services und Uptime Insights für Flotten
- IAA 2026 zeigt breites Angebot an elektrischen Nutzfahrzeugen
Ford Pro nutzt die IAA Transportation in Hannover für einen Doppelschlag: Eine neue Variante des großen E-Transit mit deutlich mehr Reichweite und der kompakte Transit City, der erstmals in mehreren Aufbauvarianten auftritt. Damit will der US-Hersteller nicht mit den extremsten Reichweiten glänzen, sondern mit einem Paket, das im Alltag von Lieferdiensten, Handwerkern und kommunalen Flotten funktioniert.
Was bringt der neue E-Transit mit 96-kWh-Batterie?

Die wichtigste Neuheit ist die größere Batterievariante des E-Transit. Sie fasst 96 kWh und soll laut Ford bis zu 432 Kilometer Reichweite ermöglichen, 115 Kilometer mehr als die Standardversion mit 68-kWh-Akku.
Beim Laden zieht Ford die Daumenschrauben an. Geladen wird mit bis zu 180 kW Gleichstrom. Innerhalb von zehn Minuten sollen bis zu 120 Kilometer nachgeladen werden können, von zehn auf 80 Prozent dauert es nach Herstellerangaben 28 Minuten. Bestellbar ist die neue Variante als Kastenwagen und als Doppelkabine.
Damit macht Ford einen deutlichen Schritt nach vorne, auch wenn andere Hersteller technisch ambitionierter auftreten. Renault bringt den neuen Trafic E-Tech mit 81-kWh-Batterie und mehr als 470 Kilometern Reichweite sowie 800-Volt-Technik. Kia setzt beim größeren PV7 ebenfalls auf 800 Volt und stellt mehr als 460 Kilometer in Aussicht. Gerade beim Schnellladen verschiebt sich der Maßstab für elektrische Transporter damit weiter nach oben.
Transit City: bewusst kein Reichweitenrekord
Beim Transit City geht Ford einen anderen Weg. Der elektrische Eintonner ist nicht auf maximale Reichweite ausgelegt. Seine 56 kWh große LFP-Batterie versorgt einen 110 kW starken Elektromotor und ermöglicht bis zu 254 Kilometer. Für Lieferdienste, Handwerker oder kommunale Flotten dürfte das häufig ausreichen.
Am DC-Lader sind maximal 87 kW möglich, von zehn auf 80 Prozent soll es rund eine halbe Stunde dauern. Wer den Transit City primär im Stadtverkehr und im näheren Umland nutzt, bekommt damit ein Fahrzeug, das über Nacht an der eigenen Wallbox wieder voll ist und tagsüber seine Touren absolviert.
Welche Aufbauten sind direkt bestellbar?
Ford setzt beim Transit City stark auf konkrete gewerbliche Einsatzfälle. In Hannover zeigt der Hersteller drei Varianten:
- Pritschenwagen für klassische Handwerks- und Lieferaufgaben
- Kofferaufbau für mehr Volumen und geschlossene Transporte
- Kastenwagen mit Regal-Innenausbau für Paketdienste und Werkstattmobile
Koffer und Pritsche können bereits direkt über die Ford Transit Center bestellt werden. In Deutschland arbeitet Ford zudem mit 39 zertifizierten Aufbauherstellern zusammen. Wer eine Speziallösung braucht, etwa für Kühltransporte oder mobile Werkstätten, bekommt damit einen direkten Weg zum passenden Partner.
Ab 2027 soll zudem eine elektrische Nebenabtriebsschnittstelle verfügbar sein, über die beispielsweise Kühlaufbauten mit Energie versorgt werden können. Das ist ein Detail, das für Lebensmittellogistik und mobile Verkaufsstände hochinteressant ist.
Welche digitalen Dienste bringt Ford für Flotten?
Neben den Fahrzeugen rückt Ford die Wirtschaftlichkeit des Betriebs in den Mittelpunkt. Die neuen Dienste Uptime Services und Uptime Insights analysieren Fahrzeugdaten, sollen Wartungsbedarf frühzeitig erkennen und ungeplante Standzeiten reduzieren.
Ein Pilotprojekt umfasste rund 11.000 vernetzte Fahrzeuge, nun werden die Angebote deutschlandweit eingeführt. Für Flottenbetreiber zählt am Ende nicht nur, was ein Transporter auf dem Datenblatt kann, sondern wie viele Tage er tatsächlich auf der Straße ist. Genau hier setzen die neuen Werkzeuge an.
Wie passt das ins Bild der IAA 2026?

Der Ford-Auftritt passt zu einem zentralen Trend der diesjährigen IAA Transportation. Während Fiat mit dem nur 3,17 Meter langen Elektro-Dreirad Tris die letzte Meile adressiert, zeigen Renault und Kia größere Transporter mit hohen Reichweiten und moderner Ladetechnik. Ford deckt vom Transit City bis zum reichweitenstärkeren E-Transit ebenfalls unterschiedliche Einsatzprofile ab.
Auch bei schweren Nutzfahrzeugen schreitet die Elektrifizierung voran. MAN zeigt den überarbeiteten eTGX mit bis zu 720 Kilometern Reichweite und maximal 750 kW Ladeleistung per Megawatt Charging System. Für nahezu jeden Anwendungsfall gibt es inzwischen also die vollelektrische Nutzfahrzeuglösung.
Wer sich für den E-Transit interessiert, sollte die eigene Tourenstruktur ehrlich prüfen. 432 Kilometer Reichweite sind auf dem Papier viel, im Winter, mit Last und Heizung weniger. Die 180-kW-Ladeoption hilft, wenn die Tour lang ist und das Mittagessen an der Schnellladesäule stattfindet.
Mein Fazit
Ford macht auf der IAA keinen auf Show, sondern liefert. Die größere Batterie ist überfällig, die Ladeleistung von 180 kW ist solide, wenn auch nicht Spitze. Wirklich stark ist das Aufbau-Angebot rund um den Transit City: Drei Varianten ab Werk, dazu 39 zertifizierte Partner, das nimmt Kaufinteressenten viel Recherche ab.
Der digitale Schritt mit Uptime Services und Uptime Insights ist für mich der unterschätzte Teil der Ankündigung. Ein Transporter, der selten steht, ist auf Dauer billiger als einer mit der größten Batterie. Wer 2027 über die Anschaffung eines elektrischen Transporters nachdenkt, sollte den Transit City auf jeden Fall auf die Shortlist setzen, gerade wenn die Touren in der Region bleiben.
Häufige Fragen
Wie viel Reichweite hat der neue E-Transit von Ford?
Die neue Variante des E-Transit hat eine 96-kWh-Batterie und erreicht laut Ford bis zu 432 Kilometer Reichweite. Das sind 115 Kilometer mehr als die Standardversion mit 68-kWh-Akku.
Wie schnell lädt der E-Transit mit der großen Batterie?
Der E-Transit lädt mit bis zu 180 kW Gleichstrom. In zehn Minuten sollen bis zu 120 Kilometer nachgeladen werden, von zehn auf 80 Prozent dauert es nach Herstellerangaben 28 Minuten.
Welche Aufbauten gibt es für den Ford Transit City?
Der Transit City wird als Pritschenwagen, mit Kofferaufbau und als Kastenwagen mit Regal-Innenausbau gezeigt. Koffer und Pritsche sind direkt über die Ford Transit Center bestellbar.
Was sind Ford Uptime Services und Uptime Insights?
Uptime Services und Uptime Insights analysieren Fahrzeugdaten, sollen Wartungsbedarf frühzeitig erkennen und ungeplante Standzeiten reduzieren. Die Angebote werden nach einem Pilotprojekt deutschlandweit eingeführt.