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E-Auto laden bei Kaufland: 22 Cent Aktion und alle Fakten

E-Auto laden bei Kaufland: 22 Cent Aktion und alle Fakten

Das Wichtigste in Kürze

  • Kaufland bietet bis 8. Juli 22 ct/kWh an DC-Schnellladern
  • 1111 Ladepunkte bedeuten das größte Schnelllade-Netz im LEH
  • AC-Tarife starten bei 39 ct/kWh, Tesla-Supercharger bleiben günstiger
  • Spot-Mittel lag 2025 bei rund 8 ct/kWh, Aktionspreis liegt klar darüber
  • Wallbox zu Hause bleibt langfristig die günstigste Lade-Option

1111 Ladepunkte, 22 Cent pro Kilowattstunde, ein Discounter der Gas gibt beim Tanken. Kaufland hat zuletzt ordentlich aufgedreht und feiert das eigene Ladenetz mit einer Sonderaktion, die bis Anfang Juli läuft. Was genau dahinter steckt, wer profitiert und wo die Falle liegt, kläre ich hier. Ehrlich gesagt, denn 22 ct/kWh klingen verlockend, sind aber nicht automatisch ein Schnäppchen.

Was hat Kaufland eigentlich vor?

E-Auto laden bei Kaufland: 22 Cent Aktion und alle Fakten

Kaufland betreibt seit einigen Jahren ein eigenes Schnellladenetz und gehört damit zu den ersten Lebensmittel-Einzelhändlern in Deutschland, die E-Autofahrer beim Wocheneinkauf direkt mit Strom versorgen. Die Idee dahinter ist simpel: Kunden binden, Aufenthaltsdauer erhöhen, nebenbei Kilowattstunden verkaufen. Laut Unternehmensangaben umfasst das Netz mittlerweile 1111 Ladepunkte, wovon ein Großteil auf DC-Schnelllader mit 150 bis 300 kW entfällt.

Zum Jubiläum gibt es nun eine befristete Preisaktion. Bis einschließlich 8. Juli 2025 zahlst du an allen teilnehmenden DC-Ladern nur 22 ct/kWh statt der regulären 55 ct/kWh. Damit liegt Kaufland preislich auf einem Niveau, das man sonst eher von EnBW oder Tesla Supercharger kennt, nicht von einem Lebensmitteldiscounter. Wer also ohnehin plant, in den nächsten Wochen längere Strecken zu fahren, kann hier gezielt Stationen ansteuern.

22 Cent klingt günstig. Aber im Vergleich zu was?

Hier wird es interessant. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt laut Verivox und Check24 Stand Juli 2026 bei rund 36 bis 38 ct/kWh. An einer Kaufland-DC-Säule zahlst du in der Aktion also deutlich weniger als zu Hause, sofern du keine eigene Wallbox mit günstigem Tarif nutzt. Zieht man aber den Spot-Mittelwert 2025 von etwa 8 ct/kWh heran und addiert typische Umlagen, Netzentgelte und Steuern, landest du selbst mit einem dynamischen Tarif wie Tibber oder Ostrom realistisch bei 18 bis 24 ct/kWh am heimischen Smart Meter.

Wer ein E-Auto mit bidirektionalem Laden fährt oder eine kleine PV-Anlage plus Speicher hat, kann den Eigenverbrauch nochmal drücken. Realistisch landen solche Haushalte zwischen 12 und 16 ct/kWh, manche auch darunter. Die Kaufland-Aktion ist also kein einmaliges Schnäppchen, sondern bewegt sich im Mittelfeld dessen, was ambitionierte Eigenheim-Besitzer sowieso erreichen.

Lade-Option Preis pro kWh (Stand 07/2026) Voraussetzung
Kaufland DC Aktion 22 ct Nur bis 8. Juli, nur DC
Kaufland DC regulär 55 ct Keine
Tesla Supercharger (Fremdmarken) 36 bis 48 ct App und Freischaltung nötig
EnBW Schnelllader 45 bis 65 ct Ad-hoc via App oder Karte
Ionity Passport 52 bis 69 ct Abo-Modell
Wallbox dynamischer Tarif (Tibber, Ostrom) 18 bis 24 ct Smart Meter iMSys Pflicht
Wallbox günstiger Festtarif nachts 26 bis 32 ct Doppeltarifzähler
PV-Eigenverbrauch mit Speicher 8 bis 16 ct Anlage und Speicher nötig

Wer profitiert wirklich von der Aktion?

Mieter ohne eigene Wallbox, Vielreisende und alle, die keine PV-Anlage besitzen, sparen mit der 22-Cent-Aktion bares Geld. Ein durchschnittlicher E-Golf verbraucht rund 17 kWh pro 100 km, ein Tesla Model 3 etwa 15 kWh, ein ID.3 zwischen 17 und 19 kWh. Lädst du auf einer Urlaubsfahrt 60 kWh nach, zahlst du 13,20 Euro statt 33 Euro. Macht 19,80 Euro Ersparnis pro Ladestopp, was bei zwei Stops pro Reise fast 40 Euro ausmacht.

Gleichzeitig gibt es klare Verlierer. Wer einen dynamischen Tarif mit Spot-Preis-Kopplung fährt und gezielt nachts oder am Wochenende lädt, bekommt seine Kilowattstunde oft für 12 bis 18 ct. Die Kaufland-Aktion ist dann teurer. Hinzu kommt der Zeitaufwand: Du steuerst die Filiale gezielt an, stehst im Zweifel 25 bis 40 Minuten an der Säule (bei 50 bis 150 kW Ladeleistung) und blockierst oft einen Parkplatz während des Einkaufs. Kaufland selbst wirbt zwar mit kostenlosem Parkerlebnis während des Ladens, in Stoßzeiten kann das trotzdem eng werden.

  • Mieter und Pendler ohne Wallbox: klare Ersparnis
  • Langstreckenfahrer auf Urlaubsfahrten: lohnende Station
  • PV-Besitzer mit Eigenverbrauch: Aktion uninteressant
  • Dynamische-Tarif-Nutzer: nur bei Tagespreisen über 25 ct/kWh lohnend

Wie funktioniert das Bezahlen an der Kaufland-Säule?

Die meisten Standorte arbeiten mit Enio oder ladenetz, gelegentlich auch direkt per Kaufland-eigener App. Du startest den Ladevorgang entweder per App, mit einer RFID-Ladekarte oder im Ad-hoc-Verfahren über einen QR-Code am Display. Bezahlt wird auf Rechnung, per Kreditkarte oder SEPA-Lastschrift. Apple Pay und Google Pay werden bisher nicht flächendeckend unterstützt, was in der Praxis selten stört, weil die RFID-Karte nach einmaliger Einrichtung komfortabel funktioniert.

Wichtig: Der Aktionspreis gilt ausschließlich für DC-Schnelllader, nicht für AC-Ladepunkte mit 22 kW. AC kostet bei Kaufland regulär 39 ct/kWh und ist damit deutlich teurer als die 22-Cent-DC-Aktion. Wer also einen Kleinwagen mit nur 50 kW DC-Maximum fährt, sollte unbedingt auf den Stecker achten. CCS Combined Charging System oder CHAdeMO bei asiatischen Autos ist Pflicht.

Lohnt sich das eigene Laden zu Hause jetzt erst recht?

Genau. Wer die Möglichkeit hat, eine Wallbox zu installieren, sollte rechnen. Eine 11-kW-Wallbox kostet mit Installation zwischen 900 und 1800 Euro, gerechnet auf 5000 Ladevorgänge pro Lebensdauer amortisiert sich das schnell. Die laufenden Stromkosten hängen am gewählten Tarif. Mit Tibber oder Ostrom lädst du im Spot-Schnitt für 8 bis 12 ct/kWh reine Energie, plus Steuern und Netzentgelte landet der Endpreis dann je nach Region zwischen 18 und 24 ct.

Selbst wer eine einfache Festtarif-Wallbox betreibt, kommt nachts mit Doppeltarifzähler auf 26 bis 32 ct/kWh. Bei einem Tesla Model 3 mit 15 kWh/100 km sind das 3,90 bis 4,80 Euro pro 100 km, günstiger als jeder Verbrenner. Die Kaufland-Aktion ist also ein nettes Sahnehäubchen auf Reisen, ersetzt aber langfristig nicht den eigenen Anschluss. Wer Mieter ist, fragt am besten beim Vermieter oder der Hausverwaltung nach einer Wallbox-Lösung. Gesetzliche Ansprüche gibt es seit der WEG-Reform 2022 zumindest in Mehrfamilienhäusern.

  1. Prüfe, ob dein Stellplatz eine eigene Zuleitung bekommen kann
  2. Hole zwei Installateur-Angebote ein und vergleiche Wallbox-Typen
  3. Beantrage Genehmigung beim Netzbetreiber (bei 11 kW meist formlos)
  4. Wähle einen dynamischen Tarif mit Smart Meter, falls möglich

Was Kaufland von der Konkurrenz unterscheidet

Symbolbild: Detailaufnahme zum Thema „E-Auto laden bei Kaufland“

Kaufland ist nicht der einzige Händler mit eigenem Ladenetz, aber sicher der mit der höchsten Standortdichte. Aldi Süd und Lidl testen ebenfalls Schnelllader an ausgewählten Filialen, kommen aber nicht über Pilotphasen hinaus. Edeka arbeitet teils mit Partnern wie Enecco zusammen, Rewe setzt auf Ionity-Standorte an Autobahnen. Kaufland punktet also mit Alltagstauglichkeit: Du findest eine Schnelllademöglichkeit oft direkt am Supermarkt, kannst einkaufen gehen und holst in 20 bis 40 Minuten genug Strom für 200 km Reichweite nach.

Ein weiteres Detail: Kaufland betreibt seine Standorte oft mit Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern, was den Strom zumindest teilweise grün macht. Wirklich zertifiziert wird das nicht überall, aber die Tendenz stimmt. Wer also Wert auf Ökostrom beim Schnellladen legt, ist hier tendenziell richtig aufgehoben.

Wie findest du die nächste Kaufland-Ladestation?

Die schnellste Methode führt über die Kaufland-App oder das Kartenmaterial auf der Website. Alternativ nutzt du Google Maps und filterst nach Ladestationen mit dem Filter Schnellladen und DC. Drittanbieter-Apps wie ChargeFinder oder Plugsurfing listen die Standorte ebenfalls und zeigen oft auch die aktuelle Verfügbarkeit an. In Stoßzeiten am Samstagmittag heißt es allerdings: Geduld mitbringen, die beliebtesten Standorte sind dann schnell belegt.

Mein Fazit

Die 22-Cent-Aktion bei Kaufland ist ein richtig gutes Angebot für alle, die unterwegs laden müssen und keine eigene Wallbox haben. Wer ohnehin gerade einkaufen geht, spart im Vergleich zum heimischen Haushaltsstromtarif klar Geld, im Vergleich zu Tesla Supercharger oder EnBW erst recht. Langfristig bleibt die eigene Ladestation zu Hause aber unschlagbar günstig, gerade mit dynamischem Tarif oder PV-Eigenverbrauch. Mein Tipp: Nutze die Aktion für die nächste Urlaubsfahrt, plane die Route gezielt über Kaufland-Standorte, und investiere die gesparten 20 Euro pro Ladestopp besser gleich in eine Wallbox-Anschlussanfrage beim Vermieter. So holst du dir auch zu Hause den günstigen Ladestrom und bist nicht auf Discounter-Aktionen angewiesen.

Häufige Fragen

Wie lange gilt die 22-Cent-Aktion bei Kaufland?

Die Aktion läuft bis einschließlich 8. Juli und gilt ausschließlich an DC-Schnellladern. Danach springt der Preis zurück auf 55 ct/kWh. Plane größere Touren möglichst bis Anfang Juli, um den Aktionspreis mitzunehmen.

Brauche ich für die Kaufland-Säule eine spezielle App?

Nein, die meisten Standorte unterstützen Ad-hoc-Laden per QR-Code und Kreditkarte. Für wiederholtes Laden empfiehlt sich aber die Kaufland-App oder eine Enio-Ladekarte, weil das den Start beschleunigt und gelegentlich Zusatzrabatte freischaltet.

Ist die Kaufland-Aktion günstiger als Tesla Supercharger?

In der Aktion ja, du sparst gegenüber Tesla etwa 14 bis 26 ct pro kWh. Außerhalb der Aktion ist Kaufland mit 55 ct/kWh allerdings teurer als Tesla Supercharger mit aktuell 36 bis 48 ct pro kWh.

Kann ich mit jeder Wallbox zu Hause günstiger laden als bei Kaufland?

Nicht zwingend. Ohne PV und ohne dynamischen Tarif landest du zu Hause zwischen 26 und 32 ct/kWh, also teurer als die 22-Cent-Aktion. Mit Tibber oder Ostrom und gutem Spot-Management erreichst du aber 18 bis 22 ct/kWh und bist langfristig flexibler.

Stand: 04.07.2026.
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